42% der Bewerber haben schon einen komplizierten Bewerbungsprozess abgebrochen

Überall beklagen Unternehmen den Fachkräfteman­gel – doch die Indeed Bewerbungsstudie 2016 offenbart gravierende Lücken zwischen Bewerberwünschen und den Erwartungen der HR-Verantwortlichen: Kompliziert, zeitaufwändig, nicht bewerber­freundlich – das sagen Bewerber über ihre Erfahungen.

Die Indeed-Bewerbungsstudie 2016 hat sich zum Ziel gesetzt, den Bewerbungsprozess in Deutschland genauer unter die Lupe zu nehmen. Deshalb wurden im April 2016 beide Seiten befragt, also 518 HR­-Verantwortliche und 1024 Bewerber.

Indeed fasst das Ergebnis so zusammen: „Innovativ trifft traditionell“: Während Bewerber offen sind für moderne Methoden und Ansätze bei der Jobsuche, setzen HR­-Ver­antwortliche und Unternehmen eher auf Bewährtes. Damit gehen viele junge, hochqualifizierte und gefragte Kandidaten verloren, ohne dass die Unternehmen es bemerken.

Viele Unternehmen machen es Interessenten auch immer noch ziemlich schwer mit der Bewerbung. Während Bewerber gerne moderne Methoden wie Bewerbungsfunktionen von Jobportalen und mobile Bewerbungen nutzen würden, erwarten viele Unternehmen noch immer schriftliche Dokumente in Papierform oder zumindest als PDF per eMail. Dabei entsteht allerdings ein bedeutender Mehraufwand durch die manuelle Verarbeitung, der laut der Studie auch dazu führt, dass während des Prozesses kaum Kommunikation mit den wartenden Kandidaten stattfindet. Dies führt wiederum zu einer negativen Wahrnehmung.

bewerbungsprozess statusupdates

Fast die Hälfte der Bewerber hat schon auf eine Bewerbung bei einem Unternehmen verzichtet, weil der Prozess zu kompliziert und zeitaufwändig war. Und ebenfalls erschreckende 22% haben sogar schon ein Jobangebot abgelehnt, weil sie sich im Rekrutierungsprozess nicht wertgeschätzt fühlten.

Dabei gäbe es mit automatischen Bewerbungsmanagement-Systemen (ATS) längst einfache Möglichkeiten, auch einen großen Bewerberandrang unter Kontrolle zu halten, doch 80% der Unternehmen bleiben laut Studie lieber beim klassisch manuellen Abarbeiten der Bewerbungen. Ähnlich sieht es bei der mobilen Bewerbung aus – während diese Option für 66% der Bewerber willkommen wäre, nutzt sie erst ein kleiner Teil der Unternehmen.

bereitschaft zur mobilen bewerbung

Ein fehlendes ATS erschwert auch das Feed­back an die Aspiranten im laufenden Bewer­bungsprozess, da dieses nicht automatisiert erfolgen kann. So geben 60 % der befragten Unternehmen der Indeed Bewerbungsstudie 2016 an, dass sie Kandidaten während des Prozesses nicht regelmäßig über den Status auf dem Laufenden halten. In dem aktuell vorliegenden Bewerbermarkt ist dieses Verhalten kaum zu erklären. Und dieses Feedback wird von den Bewerbern auch gewünscht: Gut die Hälfte erwartet innerhalb einer Woche ein Zwischen­feedback, weitere 40 % in maximal 14 Tagen. Werden sie enttäuscht, wirkt sich das auch auf die Wahrnehmung des Unternehmens insgesamt aus.

Quelle: statista.com